Jeder Ölhändler sollte die anderen Markteilnehmer kennen. Kursschwankungen resultieren aus den (Handels-) Entscheidungen aller Parteien. Insbesondere die größeren Handelsteilnehmer haben großen Einfluss auf die Kursfixierung. Behalten Sie diese Parteien im Auge und versuchen Sie deren (geheime) Agenda herauszufinden, da deren Entscheidungen Ihnen dabei helfen können, deren nächsten Schritt vorherzusagen.
Erzeuger
Erdölerzeuger verfügen über sehr viel Macht über den Kursund scheuen sich auch nicht, diese anzuwenden. Die OPEC-Gruppe gilt als mächtigster Erdölerzeuger und macht zwei Drittel der weltweiten Ölreserven, sowie ungefähr ein Drittel der gesamten Ölproduktion aus. Es finden regelmäßige Konferenzen statt, in denen sich die Ölminister der OPEC-Länder versammeln um künftige Richtlinien festzulegen. Sollten die Herrschaften mit den aktuellen Erdölpreisen unzufrieden sein, dürfte die Produktion gedrosselt werden um das Angebot zu begrenzen. Beobachten Sie diese Konferenzen und die Aussagen der individuellen Mitglieder, die das Ergebnis der nächsten Konferenz voraussagen könnten.
Entwicklungen in jedem der Ölförderstaaten können große Preisschwankungen hervorbringen. Sei es ein Terrorakt, politische Instabilität, eine Naturkatastrophe oder ein wachsender Konflikt der eine Kursrallye auslöst. Gehen Sie sicher, dass Sie immer auf dem Laufenden sind, wenn es um die größten Ölförderländer geht: Saudi Arabien, Russland, USA, Iran, China, Mexico, Kanada, Vereinigten Arabischen Emirate, Venezuela, Norwegen, Kuwait, Nigeria, Brasilien, Algerien und Irak.
Verbraucher
Steigt die Nachfrage der Ölverbraucher, steigt der Preis für das Barrel. Vor allem die großen Ölkonsumenten, wie der Fluglinien- und Verkehrssektor, beeinflussen die Preise erheblich. Geht es der Luftfahrtsindustrie schlecht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der Ölpreis fällt. Behalten Sie die Quartalsberichte der großen Fluggesellschaften und Transportunternehmen, insbesondere die Geschäftsprognose für das restliche Jahr, im Auge.
Autofahrer sind eine weitere wichtige Konsumentengruppe. Dies kann man an dem Zusammenhang der Ölpreise mit der amerikanischen Fahrsaison sehen. Die während den Sommerferien gefahrenen zusätzlichen Meilen resultieren in einer stärkeren Nachfrage nach Öl und können die Preise erhöhen.
Raffinerien
Ölraffinerien (wie Texaco, HETCo, Valero) verarbeiten das Rohöl zu nutzbaren Produkten, wie Benzin, Diesel und Kerosin. Stoppt der Betrieb in den Ölraffinerien, erschreckt sich der Markt und die Preise steigen. Dies kann man deutlich während der Hurrikansaison im Nordatlantik (August-September) beobachten. Ist es wahrscheinlich, dass Produktionseinrichtungen und Raffinerien im Golf von Mexiko von Hurrikans getroffen werden, dannsteigen die Preise.
Fonds
Marktmacher, wie die großen Investmentbanken können Preise steigen oder fallen lassen, indem Sie mit erheblichen Beträgen von Geld spekulieren. Lediglich 3% des weltweiten Ölverbrauchs werden an der New York Merchantile Exchange (NYMEX) gehandelt. Dies bedeutet, dass man durch Verwendung des Leverages den gesamten Markt mit nur $4 Milliarden kontrollieren kann. Denken Sie daran, wie viel davon von den großen Playern wie Goldman Sachs kontrolliert wird….
Saalhändler
Es ist eher unwahrscheinlich, dass individuelle Händler den Kurs beeinflussen. Lediglich die sehr bekannten Händler, wie Warren Buffet, können die Märkte durch Ihre öffentlichen Stellungnahmen bewegen. Sagt Buffet, dass ein Wirtschaftswachstum naht, kann es gut sein, dass sich dies auf die Märkte auswirkt und Ölpreise (vorübergehend) steigen.
